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"Autor"

Für schwarze Seelen...

Nutzer: Tear-puddle
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geschrieben am: 23.05.2002    um 19:53 Uhr   

Du Engel weisester und schönster,du hoch droben,
O du gestürzeter Gott,der Anbetung erhoben
Erbarme,Satan,dich aus meiner tiefen Qualen

O du,des Abgrunds Herr, dem Unrecht einst geschah,
Du stehst, obgleich besiegt, viel herrlicher nun da,
Erbarme,Satan,dich aus meiner tiefen Qualen

Der du allwissend bist,in die Nacht hineingeborgen,
der Menschheit Heiland,du Vertrauter ihrer Sorgen,
Erbarme,Satan,dich aus meiner tiefen Qualen

Der mit dem Tod,dem zum Vertrauen du erkoren,
in uns die Hoffnung zeugt-ein reizvoll-tolles Wesen,
Erbarme,Satan,dich aus meiner tiefen Qualen

Der dem Geächteten den klaren Blick entflammt,
mit dem er von Schafott die Menge stolz verdammt,
Erbarme,Satan,dich aus meiner tiefen Qualen

Du deckst mit deiner Hand den Abgrund zu,den breiten,
zu Schutz der Träumer,die an seinem Rande schreiten,
Erbarme,Satan,dich aus meiner tiefen Qualen

Du hast das Schandmal mit der treuen Helferhand,
auf jedes HeuchlerŽs Stirn,die schuftige gebrannt,
Erbarme,Satan,dich aus meiner tiefen Qualen

Du bist der Verjagten Stab und der Erfinder Licht,
nimmst die Beichte ab,die der Gehenkte spricht,
Erbarme,Satan,dich aus meiner tiefen Qualen

Du Vater aller derer,die Gottes eitles Prahlen,
mit der Vertreibung aus dem Paradies bezahlen,
Erbarme,Satan,dich aus meiner tiefen Qualen

T-p
Geändert am 23.05.2002 um 20:07 Uhr von Tear-Puddle
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"Autor"  
Nutzer: DunklerFürst
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Anzahl Nachrichten: 53

geschrieben am: 23.05.2002    um 21:25 Uhr   
FAUST:
Erst zu begegnen dem Tiere,
Brauch ich den Spruch der Viere: Salamander soll glühen,
Undene sich winden,
Sylphe verschwinden,
Kobold sich mühen. Wer sie nicht kennte
Die Elemente,
Ihre Kraft
Und Eigenschaft,
Wäre kein Meister
Über die Geister. Verschwind in Flammen,
Salamander!
Rauschend fließe zusammen,
Undene!
Leucht in Meteoren-Schöne,
Sylphe!
Bring häusliche Hülfe,
Incubus! Incubus!
Tritt hervor und mache den Schluß! Keines der Viere
Steckt in dem Tiere.
Es liegt ganz ruhig und grinst mich an;
Ich hab ihm noch nicht weh getan.
Du sollst mich hören
Stärker beschwören. Bist du, Geselle
Ein Flüchtling der Hölle?
So sieh dies Zeichen
Dem sie sich beugen,
Die schwarzen Scharen! Schon schwillt es auf mit borstigen Haaren. Verworfnes Wesen!
Kannst du ihn lesen?
Den nie Entsproßnen,
Unausgesprochnen,
Durch alle Himmel Gegoßnen,
Freventlich Durchstochnen? Hinter den Ofen gebannt,
Schwillt es wie ein Elefant
Den ganzen Raum füllt es an,
Es will zum Nebel zerfließen.
Steige nicht zur Decke hinan!
Lege dich zu des Meisters Füßen!
Du siehst, daß ich nicht vergebens drohe.
Ich versenge dich mit heiliger Lohe!
Erwarte nicht
Das dreimal glühende Licht!
Erwarte nicht
Die stärkste von meinen Künsten!

Mephistopheles tritt, indem der Nebel fällt, gekleidet wie ein fahrender Scholastikus, hinter dem Ofen hervor.

Goethes Faust
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