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geschrieben am: 10.07.2002 um 22:34 Uhr
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„dann kenne ich sie auch?“
„nein, sie kennen mich nicht.“
„das ist aber unfair.“
jetzt lachte sie. wie ein silbernes glöckchen. er fasste sich an den kopf, wie kamen ihm solche worte in den sinn.
„ja“, antwortete sie, „aber andererseits, ich will ihnen ja nur was schenken, nichts weiter.“
er schwieg. er überlegte. diese stimme.
„sind sie noch dran?“
„ja“, sagte er und dann etwas zögernd, „was möchten sie mir denn schenken, ich hab doch alles.“
eine kleine stille, aber er hörte sie atmen.
„liebe.“
„hören sie“, eigentlich wollte er aufspringen, „ist das hier `Žne fangschaltung oder so was, 0190, was ist das hier für ein spiel?“
„kein spiel. es geht alles auf meine kosten, sie brauchen nichts zu bezahlen, und die firma auch nicht.“ ihre stimme besänftigte ihn.
„sie sagen, sie kennen mich.“
„sehr gut sogar“
„und ich kenne sie nicht?“
„nein.“
„dann wissen sie, ich habe eine frau, drei kinder, ein schönes haus, zwei autos, eine motoryacht....“
ihr kichern unterbrach ihn.
„ich weiß, und eine geliebte, und eine thailändische prostituierte, die sie einmal in der woche besuchen, immer donnerstag.“
ihm blieb die luft weg.
„sind sie von einem detektivbüro?“
„nein, nein, sie brauchen sich nicht zu sorgen.“
er überlegte. sie ließ ihm die pause.
„wollen sie mit mir essen gehen?“
„nein“, sagte sie, „nicht das, was sie denken, kein reales treffen.“
er fuhr sich durch die haare. diese frau, ihre stimme, sie machte ihn verrückt.
„na, dann wissen sie doch, ich hab genug liebe.“
„wirklich?“
dieses eine wort traf ihn mitten ins herz. er begann zu verstehen.
„jedenfalls bezahle ich“, sagte er leise.
„ja.“ sie hauchte.
„heutzutage gibt es nichts umsonst.“
„doch, meine liebe, ich schenke ihnen meine liebe umsonst. nehmen sie das geschenk an?“
er atmete schwer. „kann ich es mir überlöegen?“
„gut“, sagte sie, „ich rufe morgen wieder an, aber dann nie mehr, überlegen sie gut.“
sie hatte den hörer als erste aufgelegt.
draußen hörte er stimmen, wahrscheinlich tuttelte die sekretärin mit einer kollegin um die babysachen herum.
die sekretärin öffnete die tür.
„alles in ordnung, chef?“
„alles klar.“
„soll ich noch ‚nen kaffee machen, sind noch zehn minuten zeit?“
„wär nicht schlecht.“ er richtete sich auf und zog den schlips hoch.
als die sekretärin die tür schließen wollte, hielt sie inne. „haben sie tränen in den augen?“
„ach, ein staubkörnchen“, antwortete er und lachte, „ist schon wieder raus.“
wieder allein, starrte er den apparat an.
„ich glaub, ich habe eben mit einem engel gesprochen“, flüsterte er.
so, ohne korrektur, rein damit, ich hab hunger, |
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