Auf den Beitrag: (ID: 565823) sind "22" Antworten eingegangen (Gelesen: 676 Mal).
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gloria an glorious, wo steht's?

Nutzer: miraxx
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geschrieben am: 26.10.2002    um 21:59 Uhr   
"ich bin eine blume in saron und eine lilie im tal
wie eine lilie unter den dornen, so ist meine freundin unter den mädchen
wie ein apfelbaum unter den wilden bäumen, so ist mein freund unter den jünglingen
unter seinem schatten zu sitzen, begehre ich,
und seine frucht ist meinem gaumen süß
er führt mich in den weinkeller
und die liebe ist sein eichen über mir
er reicht mir traubenkuchen und labt mich mit äpfeln,
denn ich bin krank vor liebe.
seine linke liegt unter meinem haupte
und seine rechte herzt mich

da ist die stimme meines freundes
er hüpft über die berge und springt über die hügel

mein freund gleicht einer gazelle oder einem jungen hirsch. er steht hinter unserer wand und sieht durchs fenster und blickt durchs gitter.

mein freund antwortet und spricht zu mir: steh auf, meine freundin, meine schöne, und komm her. denn sieh, der winter ist vergangen, der regen ist vorbei und dahin.die blumen sind aufgegangen im lande, der lenz ist herbeigekommen und die turteltaube läßt sich hören in unserem lande.
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Nutzer: Gast_desire
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geschrieben am: 27.10.2002    um 12:29 Uhr   
in der bibel
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Nutzer: Glorious
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geschrieben am: 27.10.2002    um 14:59 Uhr   
Ging das an mich?
als hätte mich das je interessiert ... ts

also: Ja, entweder in der Bibel oder in einer antiken Beate Use - Fanzeitschrift.

wieso wolltest du es wissen?

Toni
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Nutzer: miraxx
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geschrieben am: 27.10.2002    um 18:54 Uhr   
oh, geistig erhabener Tyrann,

selbstverständlich ging's an dich! wer lesen kann, ist im Vorteil.....

dass dein interesse für die bibel von eher untergeordnetem rang ist, erschließt sich dem aufmerksamen leser sogleich. denn: hier hast du es zu tun mit einem, der auch deinem zweifelhaften Überintellekt seine grenzen aufzeigt.

übrigens: abschreiben kann jeder. beate uhse war es jedenfalls nicht. ich hätte dir etwas mehr phantasie zugetraut....nun ja.

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Nutzer: Glorious
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geschrieben am: 27.10.2002    um 19:08 Uhr   
"[..] was willst du mit dem dolche, sprich? [..]"

du erkennst deine chance in der tatsache, dass ich nciht auf alles eine antwort habe und bezeichnest mich wenig später als "durch grenzen eingesperrt"?

deine ehrfurcht, deine angst vor mir muss weitaus größer sein, als ich gehofft hatte, wenn du glaubst, dass du mit einem wilden zitat aus der heiligen schrift mein unwissen zutage förderst. blüht der geist der sopherim und masoreten in diesen sekunden in deinem herzen und trägt dich über meine toten ebenen? (soviel zu "zu wenig phantasie")

sicher, abschreiben kann jeder, nur im richtigen moment das richtige abzuschreiben, ist eine kunst.

*lacht* kämpfe für all die, die mir mein ansehen ebenso neiden und stirb für sie als märtyrer dessen, was ich nicht auswendig herbeibeten kann. versuch dich künftig in ein paar anspruchsvolleren mappen. nicht dieses: "rate mal, was ich in der hand habe!"

so könntest du dir vielleicht sogar meinen respekt verdienen, wenn es das ist, was du willst.

Toni
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Nutzer: miraxx
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geschrieben am: 27.10.2002    um 19:27 Uhr   
Ehrfurcht, Angst, Respekt - was willst du nun, dass ich für dich empfinde?

"Vermesse dich, die pforten aufzureißen,
vor denen jeder gern vorber schleicht.
Hier ist es Zeit, durch Taten zu beweisen,
dass Manneswürde nicht der Götterhöhe weicht,
vor jener dunklen höhle nicht zu beben,
in der sich phantasie zu eigner qual verdammt,
nach jenem durchgang hinzustreben
um dessen mund die ganze hölle flammt.
zu diesem schritt sich heiter zu entschliessen
und wär es mit gefahr, ins nichts dahin zu fließen."

jaja, ich gestehe, das dieses spiel mich reizt, doch nimm nicht an, dass hier vor ehrfurcht ich erstarre. wo liegt es nur begründet, das oft die unsicherheit des eigenen seins gepaart mit intelligenz, der arroganz zugerechnet wird? entsteht nicht arroganz im auge des betrachters?
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Nutzer: Glorious
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geschrieben am: 27.10.2002    um 20:10 Uhr   
gewiss,

und im herzen der schwachen. sie neiden den "angeblich" starken, den lügnern hoher worte die fähigkeit beim lügen totenbleich zu bleiben.

ich will natürlich wieder alles, liebe hass, respekt, hrfurcht und ganz besonders angst, denn wer nicht fürchtet, bricht mein herz und damit alles was ich habe.

vorrausgesetzt, das ist nciht schon wieder eine lüge.
wie will man etwas töten, dass nicht da ist? wie feige, asche auf mein haupt, borgst du es mir, du trägst es unter deinem arm ...

Toni
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Nutzer: miraxx
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geschrieben am: 27.10.2002    um 20:57 Uhr   
oho,

du nennst ein herz dein eigen? welch eingeständnis an die welt der lebenden, fühlenden und liebenden. selbstredend wird dir von mir verliehn, was immer du begehrst. jedoch: ich muss dich warnen: ein herz zu haben ist der kreaturen schwerste Last.

nur kälte macht das dasein wahrhaft lebenswert. wie wonnevoll ist's, mit abstand auf die stumpfsinnigen leiden derer zu blicken, die sich jeglichen genuß verderben durch skrupel, moral und ethik. in wahre höhen schwingen sich nur die, die herzlos sind, denn ihnen gehört die unbegrenzte macht. verachtung und überheblichkeit sind die wahren freunde genies.

überleg's dir also gut, bevor dein herz du borgst.

Ach, ich vergaß: es war ja doch nur eine lüge! also willkommen im reich der macht. mach's dir bequem, leg die füße hoch und schau hinab in die qualvolle verdammnis des triefenden gefühlsgedusels und genieße.

das ferne licht am horizont kannst du ignorieren. es ist nur eine fatamorgana.

ave,
svea

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Nutzer: Glorious
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geschrieben am: 27.10.2002    um 21:36 Uhr   
"zuckererbsen für jedermann
sobald die schoten platzen.
den himmel überlassen wir
den engeln und den spatzen."

ein herz für dich, eines für mich, eins für die nette blondiene im knappen minie, die schon seit stunden in der kälte steht und auf den ersten freier wartet.

herzen wachsen wie sand am meer, so wie die macht. jeder nimmt das, was er braucht, was er will und nehmen muss. ob du es mir gibst oder nicht, spielt dabei keine rolle. du weisst es, süße svea, das herz ist macht genug allein für jede liebend seele. so wie du liebst und hasst, verachtest und bewunderst ...

keine kreatur von besonderer macht ist stark genug ein herz zu tragen. wie paradox scheint macht und kraftlosigkeit, ohnmacht eben im weiteren sinne des hermeneutischen zirkels.

verboten der gedanke daran, wie der kreis der höheren denker vergangener zeiten.

die füße sind oben, ich genieße, so wie ich immer genossen habe, dich, die worte und den lächerlichen rest des versuches, zweifelsfrei zu bändigen, was zweifelsohne zweifelnd bändigt.

eine illusion, ein licht, die wäre und die liebe, das herz und die macht, nicht da, doch irgendwie real, ich trage sie in meiner brust, wie du, in deiner?

"[..] schlafen, weinen,
träumen seinen
ew'gen Traum der Nacht [..]"

Träum mit mir, kleine svea, auf das wir herzen, macht und versuche beides dekadent aufzusaugen ad acta legen. Die lüge, die da weiterlebt, sollte uns reichen, "die letzten zweifel zweifelsohne, zweifelnd zu begleichen."

ich lehr dich macht und ohnmacht, mein kind. deine hand und dein name ist ein anfang. [b]jetzt[/b] nimm ich dich mit, in die dunkelheit, die sprichwörtliche finsternis, paranoider idioten. jetzt wollen wir mal sehen, wie weit du wirklich folgen willst, aus ehrfurcht, respekt angst oder gar liebe ...

"Mein Königreich zu deinen Füßen
und du die Königin.
Ein Leben für die Ewigkeit,
die Hoffnung zeigt mir neuen Sinn.
Geboren aus den Träumen,
die ich auf Erden fand,
reich mir deine Hände,
folge mir ins Zauberland.
Vergessen die Stunden,
die Jahre all die Zeit
vor uns erhebt sich nun
unser Schloss der Ewigkeit [..]"

oder nur eine trittbrettfahrerin, wie so viele vor dir? wieder mehr schein als sein, ein hauch der mein [b]herz[/b] für eine nacht erwärmte? *schmunzelt*

so schäm dich, kleines mädchen, schäm dich. l'ame immortelle schreibt auch viele böse lieder, zwing mich nicht aus diesen zu zetieren, jetzt, wo du macht, herz und ohnmacht, ehrfurcht, angst und respekt schenken kannst, nicht borgst, weil nciht borgen sehen willst, doch liebst.

ein weiteres "doch", dass seinen zweck fast nciht erfüllt. die widersprüche sind gar keine ...
Noch eine fatamorgana?

Gute Nacht
Toni
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Nutzer: miraxx
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geschrieben am: 27.10.2002    um 21:59 Uhr   
gute nacht auch dir, getreuer feind

"zwing mich nicht, aus diesen zu zitieren"??

wie könnte ich dich zwingen? räumst du ein, dass nicht all dein tun deinem eigenen willen entspringt?

zu deiner königin willst du mich machen? - zuviel der ehre, wenngleich: es gelüstete mich schon.

und dann: "die hoffnung zeigt mir neuen sinn." Stirbt diese nicht stets zuletzt? hoffnung ist etwas für schwächlinge! worauf hoffen wir denn? auf die zuvor zitierte ewigkeit? oja, oja, die ewigkeit ist ein verlockender gedanke! wer früher stirbt, ist länger tot.
was genießen wir gemeinsam in der ewigkeit? den großen untergang der selbstvergessenen schwätzer, die eigene überlegenheit (gähn) oder die neugeburt grauenhafter inspiration?

such's dir aus. ich nehme die einladung an und folge dir, wohin du willst. aber sieh zu, das du mich nicht langweilst.

träume süß,
svea
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geschrieben am: 27.10.2002    um 21:59 Uhr   
gute nacht auch dir, getreuer feind

"zwing mich nicht, aus diesen zu zitieren"??

wie könnte ich dich zwingen? räumst du ein, dass nicht all dein tun deinem eigenen willen entspringt?

zu deiner königin willst du mich machen? - zuviel der ehre, wenngleich: es gelüstete mich schon.

und dann: "die hoffnung zeigt mir neuen sinn." Stirbt diese nicht stets zuletzt? hoffnung ist etwas für schwächlinge! worauf hoffen wir denn? auf die zuvor zitierte ewigkeit? oja, oja, die ewigkeit ist ein verlockender gedanke! wer früher stirbt, ist länger tot.
was genießen wir gemeinsam in der ewigkeit? den großen untergang der selbstvergessenen schwätzer, die eigene überlegenheit (gähn) oder die neugeburt grauenhafter inspiration?

such's dir aus. ich nehme die einladung an und folge dir, wohin du willst. aber sieh zu, das du mich nicht langweilst.

träume süß,
svea
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geschrieben am: 27.10.2002    um 22:21 Uhr   
*lacht*

du wärst die erste, die ich langweilen müsste. eigentlich gehe ich, bevor es soweit ist, da ich bekenne, dass ich "empfange, habe und gebe." und leider auch gezwungen werden kann. des menschen bosheit ist die mächtigste, die grauenhafteste, nicht wahr? daher bin ich mensch und lösche deinen drust, deine gier nach lust so gut ich kann.

hoffnung ist alles, brot für die schwachen und schwert für die starken. es ist dein belächeltes leben, svea, du weisst gewiss was ich meine. *schmunzelt* du solltest daher nicht so abwertend darüber sprechen, gerade du nicht.

schließlich gehörte schon etwas hoffnung, vertrauen in die ungerechtigkeit zu dem glauben, dass ich auf diese mappe derart anspringe. geschafft, die erste schlacht gewonnen und da der abend bricht, die nacht erwacht, ich wie ein kleines baby in meinen augen reibe, auch die zweite ...

*lacht*
"[..] der Sieg war nah, doch die Macht des Ringes konnte nicht gebrochen werden [..]".

der krieg ist unser, mein kind.
langeweile vorraus.

auf bald
Toni
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geschrieben am: 28.10.2002    um 10:30 Uhr   
gegrüßet seist du nach einer wohldurchlittenen Nacht,

einem irrtum bist du aufgesessen. es war nicht hoffnung, die mich glauben ließ, die schlacht zu gewinnen - es war das wissen!

wie könntest du, narziß, es schaffen, einem kampf - und sei er noch so sinn- und aussichtslos - aus dem wege zu gehen? nein, dass vermagst du nicht. zu sehr reizt dich jedes neue spiel, so lass es uns beginnen.

"und ob ich schon wanderte im finstersten Tal, so fürchte ich doch kein unglück"

jaja, auch wenn's dein herz (?) nicht freuen mag: auch die bibel hält allerhand niederträchtige zitate parat. welches unglück also hälst du für mich in der hinterhand? womit willst du mich schrecken?

oder ist dies gar nicht dein begehr? willst du in wahrheit vielleicht freude bringen, durch die wohlgewähltheit der worte, durch das spiel mit der macht der sprache? ein heeres ziel.

"Die gewalt einer sprache ist nicht,
dass sie das fremde abweist,
sondern dass sie es verschlingt"

(Goethe)

dies befolgst du zweifellos. aber wird das fremde nicht immer fremd bleiben? nur ein narr kann glauben, dass allein die sprache die erkenntnis bringen kann, wenngleich sie unbedingt hierfür von nöten ist. der klugschwätzer hat nicht das lernen im sinn, sondern er will lehren.

ein segen ist, dass er dennoch sich des lernens nicht entziehen kann, denn antwort erhält er in jedem fall und er wird nicht umhin können, diese in seinem hinterkopf zu verarbeiten. somit ist die macht des lernens ungebrochen.

soll die sprache mich verschlingen! dies ist nicht der schlechteste tod. immerhin hochgeachtet von denen, die ihre sprache nur nutzen, um fischfrauen zu beleidigen und verächtlich über poeten ihre nase rümpfen, weil sie ihre unkenntnis und den neid nicht anders zu besiegen vermögen.

"Ob die Erscheinungen,
welche geisteskranke wahrnehmen,
wahr sind oder nicht,
darüber hat die Psychiatrie
nicht zu urteilen"

(Dürrenmatt)

ein interessanter gedanke! birgt er doch die möglichkeit, dass alle nichtgeisteskranken irren und die gestörten der wahrheit am nächsten sind. welcher seite möchten wir hinzugerechnet werden? zu denen, die für verrückt erklären und damit wissentlich nur einen Teil der Wahrheit erkennen? oder zu denen, deren geist verwirrt ist und die dennoch dem kern ein wenig näher kommen. Die schwelle zwischen genie und wahnsinn ist schmaler, als man gemeinhin annimmt. das problem ist nur, dass man nicht spürt, wenn man sie überschritten hat.

weiter im text:

"in den augen der welt
lieben sie einen geisteskranken.
sie laden nur unglück auf sich.
verlassen sie die anstalt,
vergessen sie mich."

nun, wie steht's? verläßt du mich, ehe der wahnsinn leise lacht?

genieße den tag,
svea

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geschrieben am: 28.10.2002    um 11:11 Uhr   
Ave Svea, morituri te salutant,

opfere ich die letzten Minuten im trauten Heim dem Ziel dich Sklavin meines Willens zu machen. *schmunzelt*

Ja, das Fremde bleibt fremd und neben tausend anderen Wünschen ist dies mein innigster. Zum einen, um meiner kleinen Svea die Spannung zu erhalten, sie blos nicht zu langweilen, Gott hilf mir, sie könnte mich verlassen. *am Kakao nippt*. Zum anderen der Nacht wegen ... sie starb vor einigen Stunden und legt den eigentlichen Wahnsinn damit frei, nackt steht er vor uns und schämt sich seiner. Ist er nicht süß, willst du ihn küssen, mein Kind?

Wer konnte schon ahnen, geschweige denn "wissen", dass er so hässlich ist? "Wissen sei Macht", glaube man Bacon und dennoch bedeutet die Erkenntnis, das eigentliche Wissen des Hässlichen nichts denn Ohnmacht. Wie ein roter Faden ziehen sich wenige Leitbegriffe durch unsere Schizophrenie, mein Engel, siehst du ihn? Getränkt im Blute derer, die verzweifelt versuchen uns zu folgen und manchmal etwas mehr riskieren, als sie es sich leisten können. Ich könnte wetten, dass auch ein wenig von deinem Blut in den Fasern hängt, nicht zuletzt von deinem. *lächelt und wieder einen Schluck nimmt*

Der Bibel Klang schreckt mich wie dich, Cherie. Solange wir dem Allmächtigen regelmäßig ins Gesicht spucken, ertragen wir seine Lügen, die lieben und die bösen Worte. Jetzt frag nicht so viel, erhebe dein Geistig Aug' über all die Zeilen, die ich schrieb:

"Dieses alles schreib ich dir
und mehr noch brächt' ich zu Papier,
wenn ich in Worten alles Leiden
meiner Liebe dir beschreiben,
nicht die Botschaft zu beklagen,
sollen diese Zeilen tragen,
nur "Ich liebe Dich" doch sagen."

[i]Tilo Wolff[/i]

So trage ich euch auf meiner Schulter, meiner Zunge, um eine Sekunde später alles mit Füßen zu treten, was sich tragen ließ. Ich will Leben schaffen udn zerstören, Freude kreieren und töten. Mehr nicht ... das ist schon alles. Wie bescheiden, wie genügsam ich doch sein kann. *seufzt*
Schreckt dich das, kleine Svea? *lacht* Gewiss nicht ... also gedulden wir uns noch etwas. Böse Mädchen stehen angeblich auf Überraschungen, zumal eine Überraschung die Langeweile davonjagt, wie nichts anderes, nicht wahr?

Lernen ist lehren, den eigenen Geist füttern, sich selbst und andere, ein Splittung dessen unweigerlich umsonst. Die Frage, ob man es zugibt verdient dabei schon etwas mehr Achtung, nicht so bei uns, wir sollten uns dessen einig sein, offensichtlich wie es ist, oder wenigstens scheint.

Jetzt sieh mich, Süße, sieh dich an. Schau, was wir hier machen und dann sag mir, dass du die Überschreitung der ach so schmalen Schwelle noch nicht bemerkt hast. In Falle dessen wäre ich schwer enttäuscht. Geisteskrankheit ist ein Segen, solange man sich ihrer bewusst ist. Keine Grenzen, "unenedliche Weiten", wie Gene Roddenberry schwärmen würde. Man muss sie nur nutzen, die Macht, die Magie, den Wahn. Sag mir, dass du ihn fühlen kannst, siehst, wo er beginnt und aufhört.

"So bin ich ruhig, da ich dich liebe ...", bleibe bei dir, noch immer, und genieße den Tag, weil du es so willst.

Diener wessen Geistes, Sklaven wessen Willens? *lacht*
Erst du, dann ich, dann zu zweit, allein oder besser gesagt: "Alleine zu zweit".

Tanz noch einmal für mich, Svea, ich bitte dich.

Toni

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geschrieben am: 28.10.2002    um 14:16 Uhr   
"die botschaft hör ich wohl, allein - mir fehlt der glaube"

leben willst du schaffen und zerstören. ein wahrhaft göttlich bescheidener Anspruch. und das alles in einer Mappe? mir scheint, du hast die schwelle so weit überschritten, dass der rückweg in unsichtbare fernen gerückt ist. Sieh' dort am horizont, das kleine ignorierte licht. geh zu auf die fatamorgana, es könnte deine rettung sein oder der lang ersehnte untergang.

zerstörung ist die kraft, die du beherrscht, die dich beherrscht. doch leben schaffen tust du nicht.

gerade schlug ich einen baum entzwei, den der sturm der vergangenen Nacht gefällt hatte, (jaja, so banal holt die wirklichkeit uns ein)zerstört hatte. mag sein, aus seinen wurzeln wächst ein neuer spross und trotzt dem nächsten orkan. so kann aus zerstörung leben werden, was wir in umgekehrter reihenfolge von dir, holder tyrann, in jedem beitrag lesen können.

doch du willst es ja so und nicht anders. wieso machst du dir die mühe, auf deinen schultern zu tragen, was du hernach zertreten willst. jaja, ich verstehe schon: der anblick der augen eines glücklichen kindes ist dir nur dann erträglich, wenn es anschließend dicke tränen weint und schreit vor schmerz.

viel weniger amusement kann aus der zerstörung einer neutralen stimmung gezogen werden. wer glücklich ist und freude empfindet, kann viel tiefer im sumpf der furcht versinken, als der, der mit dem schlimmsten rechnet.

unschuld, mein freund, unschuld ist, was sich wie ein dorn in deine augen bohrt. naivität verursacht dir nur ekel, verachtung und estenfalls ein überhebliches schmunzeln. unschuld dagegen läßt das herz in wildem zorn entflammen, angesichts der eigenen machtlosigkeit.

doch was rede ich? habe ich mich doch selbst auf deine spur gesetzt. gestatte mir noch eine Frage:

"Gibt's dich auch in nett?"

svea
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geschrieben am: 28.10.2002    um 20:25 Uhr   
A chanté, Cherie, a chanté,

jetzt ist es also soweit? ich spüre unsicherheit in deinen worten, höre deine stimme zittern, höre wut, verzweiflung, unverständnis? ich weiss nicht, was es ist, doch deine stimmung wankt. ich spüre es so sehr.

geht dir die luft aus, die kraft oder einfach nur der glaube an das gute?

[i]so feed the spark
welcome in the land of dark[/i]

Du willst mich "in nett"? oder war es nur die frage nach einer generellen existenz eines solchen tonis? kannst du nicht mehr, willst du nicht mehr? seit wann sind "nette männer" wieder in mode? hat sich in 400 jahren, die ich nun geschlafen habe, so vieles geändert? zu meiner zeit stand keine frau auf "nette" typen. 400 jahre ... wie die zeit vergeht und wie sich die damen ändern ... *schmunzelnd den kopf schüttelt*

[i]der kerze schein er leuchtet fahl
als das sonnenlicht er stahl
und nur das große himmelszelt
bezeugt das ende dieser welt[/i]

... ja, das ende dieser welt muss nah sein. wieso möchtest du, dass ich dich auf einmal mit meiner netten seite langweile, beglücke, brauchst du einen grund, um über mich zu lachen? ich versichere dir, dass du schneller einen findest, als mir lieb ist.
dafür muss ich nicht wirklich, gott bewahre, nett werden. zudem wirst du erkannt haben, solltest du dich etwas im forum nach meiner vergangenheit umgesehen haben, dass ich durchaus ein wonneproppen sein kann. ich helfe und lache und spiele und tanze, so, wie du gerade für mich tanzt. ich kann nett sein, so glaube mir, schlage aber vor, dass wir zuerst die intensivierte gentlemanform versuchen, bevor wir zum strick greifen, okay? dann verleihe ich meiner strengen kinderstube etwas ausdruck und umgarne dich, wie es einer prinzessin gebührt. wie gefiele dir das, süße svea? willst du meine prinzessin sein?
dann lasse ich andere für dich tanzen und küsse dich vor und nach jedem akte. dann schaffe ich freude, rührung und begeisterung, dann schaffe [b]ICH[/b] LEBEN. ich schaffe es, so wie ich es genommen habe, für dich, von dir.

[i]take my hand,
forgotten in the promised land
death in all the centuries
is what I left behind[/i]

so schaffe ich leben: spürst du es denn nicht, svea? spürst du nicht die erregung, die erheiterung, den spass oder die wut, die das blut in deinen adern pulsieren lässt? wer schafft dies', du selbst oder ich mit meinen worten? DAS ist leben ... du musst dich fühlen können, wenn die augen geschlossen sind. und, überzeugt?

zu dem schreienden, weinenden kind muss ich nichts mehr sagen ausser: richtig erkannt, es genügt aber auch, wenn es im backhofen vor sich hinschmort.
und JA, die unschuld berührt mein herz. ich verehre sie und die, die ihr treu sind. so schön, so rein, so zart ... und bereit in zwei teile geschnitten zu werden, durch die nägel meiner finger. doch die hoffnung bleibt, mein Herz ...

[i]des mondes schein er leuchtet fahl
das herz der finsternis er stahl
und gleisend lichte ihn umgibt
und doch des menschen hoffnung siegt[/i]

haggards worte sind heute meine sklaven gewesen, ich danke ihnen für die hilfe im kampf gegen gut UND böse, so wie ich euch danke, madame, prinzessin, tänzerin und spielzeug ohnes gleichen.

in ewigkeit
Toni
Geändert am 28.10.2002 um 20:32 Uhr von Glorious
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geschrieben am: 29.10.2002    um 09:53 Uhr   
ich sehe deine hände zittern, vor lauter furcht, du könntest mich verloren haben. ist es nicht so? die hoffnung auf ein dauerhaftes gefecht mit einem gegner, der sich für ebenbürtig hält und für den du doch nur ein mitleidiges schmunzeln übrig hast. diese Hoffnung - vernichtet durch eine einzige banale frage. so leicht also bist du zu treffen, so leicht ist es, enttäuschung auf deinem antlitz sich breitmachen zu sehen. wer hätte gedacht, dass der boden unter deinen füßen so wenig tragfähig ist?

ein wenig mehr hätte ich dir zugetraut, als dass gerade du, aus einer simplen frage schon zu erkennen meinst, welche antwort ich gern hören würde. ein einfaches "nein" hätte meinem anspruch vollauf genüge getan. der schwall deiner rechtfertigungen war hier völig überflüssig.

Montes auri pollicens

ich nehme dich beim wort! wie oft hast du schon jetzt versprochen, mich zu deiner prinzessin zu machen. Auf, auf denn, hab keine angst. ich bin zu allem bereit. nur folgt da noch etwas? was hast du mehr zu bieten als dieses scheingefecht? was verbirgt sich hinter deiner vielzitierten hoffnung? spuck's aus, damit ich es im staub zertreten kann. zeig mir all die länder, in denen du nichts als den tod zurückgelassen hast.

somnus est imago mortis

400 jahre hast du geschlafen, grundgütiger, und bist nun erwacht, das ende der menschheit mitzuerleben, um deinen durst nach vernichtung zu stillen, der geboren wurde aus der lust am bösen.

hättest du doch, mein held, die jahre wachend verbracht, so hättest du vielleicht eine kleine chance gehabt, der erkenntnis ein wenig näher auf den pelz zu rücken. und bedenke: nicht nur die tage gleißenden sonnenlichts hast du gemieden, sondern auch die nächte der finsternis, dein ureigenstes element - für 400 jahre verloren!

vielleicht hast du darum nie erkannt, das nette männer stets in mode sind. in mode bei all jenen prinzesschen, die nur die sehnsucht nach einer zärtlichen berührung in die arme ihres prinzen treibt, die augen verschließend davor, dass auch dieser nur ein jämmerlicher abklatsch dessen ist, was in wahrheit sie begehren. die enttäuschung folgt unmittelbar auf dem Fuße, doch sie begreifen es nicht und wenden sich dem nächsten prinzen zu oder verharren in selbstverleugnung in einer stählernen umarmung, deren stacheln ihre haut zerfleischt.

Doch haben wir das nötig? seit wann interessiert den unsterblichen die mode, die doch nur immer wieder kehrt und dem versager vorgaukelt, er wäre in der masse nicht auszumachen?

sei gewiß, geliebter, uns verbindet etwas anderes.

in dulci jubilo
svea

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Nutzer: Glorious
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geschrieben am: 29.10.2002    um 12:45 Uhr   
*angstschweiß abwischt*

Gracias a Dios,

mi chica fuerta. da bist du endlich wieder. unerträglich waren die stunden des wartens für mich und obwohl ich mir die größte mühe gab, dir meine schwäche, meine angst zu zeigen, dir eben jene zu beweisen, maschierst du triumphal in unsere arena ein, im glauben, etwas besonderes entdeckt zu haben. *lacht* Brav gemacht, kleine svea.

keine enttäuschung, süße, über diese "eine frage", sondern verwunderung. du bist wie jede andere frau, wie jedes andere mädchen: eines tages willst du, dass ich lieb zu dir bin, weil du deine tage oder gerade "vom winde verweht" geschaut hast. dann kann ich dir wirklich alles zu füßen werfen, sogar mein noch pumpendes herz, du würdest es zertreten, weil du es nicht verstehst. Und motto der Idioten: "Was ich nicht verstehe, mache ich kaputt."

um eines noch einmal verständlich, auch für dich, auszudrücken: nicht nur diese eine frage beeinflusse meinen glauben an deine schwäche, sodern der gesammte beitrag. irgendwie klangst du resignierend. sicher hattest du in diesem moment nicht alle konzentration bei dir und hättest es demnach besser lassen sollen, einen beitrag an mich zu schreiben. sieh ihn dir nochmal an und sei ehrlich, erkenne deine schuld, bestraft habe ich dich ja bereits. *schmunzelt*

überflüssige rechtfertigungen erspare ich mir in zukunft wieder, da ich dich ja ncith unterfordern möchte. mal sehen, wie gut du mich schon kennst, ob du auch so weisst, was ich meine, ob wissen dann immernoch macht ist.

meine prinzessin willst du sein? du bist es schon ...
und so erinnere ich mich an ein altes plattdeutsches märchen vom fischer und seiner frau. die frau wollte vom zauberfisch immer mehr, fürstin, prinzessin, königin und schließlich göttin werden, bevor sie wieder ein "nichts" wurde. aber da ich es dir angeboten habe und wir erst am anfang stehe, spreche ich leise, vor der rostocker see knieend zu mir selbst:

"Manntje, manntje timpe Te
buttje, buttje in de See
miene Fru de Ilsebill (respektive svea)
will nich so as ick wol will."

und wenn aus der tiefe eine dunkle stimme fragt:

"Na wat will se denn?" und ein anschließendes "Gah man hen, se is't all." Kein happy end, svea, weinst du nun wieder? muss ich jetzt wieder lieb zu dir sein? gott, komm zu mir mein herzchen.

du bist es also schon lange, meine prinzessin und angesichts der tatsache, dass du dein eigengewicht besser kennst, als ich, solltest du vor dem untergrund, der nicht nur mich, sondern gleichzeitig auch dich trägt, weil ich dich ja die ganze zeit trage, höchsten respekt haben und nicht so abwertend sprechen. Achtung: eine mordshammermäßige hypotaxe ...

ein paar länder hast du also schon, wenn auch unbewusst, gesehen. das eine war sarakstisch - humorvoll, das andere charmant - entgegenkommend, ein weiteres provokant - garstig. Wir finden sicher noch ein paar weitere, bevor du dich langweilst.

*schluckt* die folgende darstellung meines wiedererwachens kann ich so nicht gutheißen. diese macht mir angst, svea. bin ich so ein scheusal, so ein monster? *schnief* gott, wieso hast du mich erschaffen? fragte sich das nicht auch frankenstein? nun, im gegensatz zu mary shellys traumfigur nehme ich mir nicht das leben, nur weil die menschen mich nicht verstehen, ich ertrage es wohlwollend.

und hey, was sind 400 jahre, wenn 2 wochen, mit dir zu meinen füßen, vor mir liegen? ich gäbe 400 weitere für eine sekunde mit meiner svea.

[i]"in mode bei all jenen prinzesschen, die nur die sehnsucht nach einer zärtlichen berührung in die arme ihres prinzen treibt, die augen verschließend davor, dass auch dieser nur ein jämmerlicher abklatsch dessen ist, was in wahrheit sie begehren."[/i]

... auf diesen satz möchte ich mich jetzt beziehen. ich habe frauen kennengelernt, die dir in diversen dingen offensichtlich von anfang an überlegen waren, vielleicht sogar mir überlegen und musste doch erkennen, dass sie, angekommen an einem bestimmten punkt, alle gleich sind: Sie schwärmen für irgendwelche stars, irgendwelche prinzen, die sie nie erreichen. die einen für kenneth brannagh, die anderen für brad pitt und wieder jemand für michael ballack (den ich auch wirklich süß finde). du gehörst zu ihnen, zu der masse wie die besten vor dir. also doch süchtig nach netten männern!
ich werde dich bröckchenweise mit nettigkeiten füttern, zur not mästen, wenn du dich störrisch anstellst. ich werde dir ein langes, eisernes rohr in den schlund schieben und dich köstlich verwöhnen, bis du durch dieses rohr deine eingeweide auskotzt, mein kind. wir werden sehen, wann du wieviel nettigkeit willst, nicht willst, oder andeutungsweise forderst, um dann zu lachen. *schmunzelt*

Bon apetit, cherié. ich wusste dass du meinem hohen anspruch folgen kannst und gänseleber von der eines schweines unterscheiden kannst, ohne dass deine lippen sie berühren.

*verbunden schmunzelnd*
Toni
Geändert am 29.10.2002 um 12:54 Uhr von Glorious

Geändert am 29.10.2002 um 15:59 Uhr von Glorious
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Nutzer: miraxx
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geschrieben am: 29.10.2002    um 21:40 Uhr   
q.e.d.

na, bitte, es geht doch! der erste abschnitt ist schon recht gelungen und vielen dank auch für die alte geschichte vom butt, wenn sie mir auch in der fassung von grass ein wenig näher ist.

woher nimmst du das vertrauen, dass die tage meiner tage nicht längt gezählt sind oder noch nicht einmal begonnen haben. Verzeih, ich wollte dich nicht beleidigen: letzteres wäre schon ziemlich undenkbar, wenngleich es sicher deine phantasie beflügeln würde.

kurzes zwischenspiel:

"der baum ist entlaubt und verlodert im feuer. er wärmte mich, während die flammen den letzten rest leben aus seinen ästen brannten. vor wenigen tagen ragte seine krone noch stolz in die wipfel seiner kumpanen, jetzt ist er verkommen zu einem häufchen asche. doch er wärmte mich, während er zerfiel und die glut mir tausend bilder malte."

klang da wirklich resignation aus meinen zeilen? so mag es an der heranschleichenden, mich und dich schreckenden langeweile liegen....versuchen wir also etwas anderes:

....
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geschrieben am: 29.10.2002    um 21:41 Uhr   
es wurde schon dunkel, als sie endlich nach hause kam, nach hause zu kommen glaubte, denn das, was sie im letzten licht des scheidenden tages erblickte, war nur mehr ein schatten dessen, was sie erwartet hatte. alle fenster so verstaubt, dass ein Blick hinein oder hinaus unmöglich geworden war. aus dem schornstein stieg schon lange kein rauch mehr.

vor enttäuschung zitternd fasste sie nach der rostigen türklinke, drückte sie herunter. ohne einen laut gab die schwere tür ihrem sanften druck nach.

umgeben von tiefer finsternis erkannte sie doch, dass das haus leer war, leer und vernichtet. es fehlte nicht nur das mobiliar, kein tisch, kein stuhl, kein wasserhahn, keine katze auf dem kaminsims, nicht einmal mehr der rohrstock, von dem sie manche tracht prügel bezogen hatte hing an seinem platz.

die leere war niederschmetternd, sämtliche wände herausgerissen, keine türen, nicht einmal mehr die deckenbalken waren vorhanden. wodurch wurde diese leere hülle aufrecht gehalten? warum stürzte die ruine nicht ein, wie ein kartenhaus?

vorsichtig machte sie ein paar schritte ins nichts, die auf dem boden widerhallten. wenigstens der boden war noch unter ihren füßen, wenn er auch sanft zu schwanken schien, doch das schob sie auf ihre eigenen zitternden knie.

warum stürzte die ruine nicht ein, wie ein kartenhaus? mit angestrengten augen späte sie nach einem halt, einem anhaltspunkt, einer noch so kleinen erinnerung.

es war nichts da.

die erkenntnis traf sie hart und unerwartet. dieses haus wurde nur von ihrer sehnsucht zusammengehalten, von ihrem wunsch nach einem zuhause. darum stand es noch und stemmte sich mühsam gegen den wind.

erschöpft ließ sie sich in den staub sinken und begriff dadurch, dass ihre knie keine schuld traf. von dem schwankenden boden ließ sie sich eine weile sanft hin und her schaukeln, legte sich schließlich hin und streckte arme und beine weit von sich. sie schloß die augen und versuchte, sich die alten bilder ins gedächtnis zu rufen, doch es wollte nicht gelingen. im geiste versuchte sie darum, dem haus eine neue seele einzuhauchen, zuversichtlich und hoffnungsvoll über den tod hinaus, streit und zorn inklusive, sarkasmus und humor weilten in ihrem haus, zuweilen auch charme oder provokation, liebe, naivität und zügellosigkeit.

ihr wurde warm auf dem kalten boden, der staub schien sich in samt verwandelt zu haben.

nach einem kurzen, aber tiefen schlaf öffnete sie erholt die augen. das haus war so leer wie zuvor und dunkelheit umgab sie.

sie tastete sich an der wand entlang und fand die tür, die immer noch weit offen stand. draußen angelangt atmete sie die kühle nachtluft tief in ihre lungen. dann versuchte sie, die tür so heftig hinter sich zuzuschlagen, dass die mauerreste der erschütterung nachgeben sollten. die tür ließ sich nicht bewegen. sie stand weit offen und war, so sehr sie sich auch mühte, nicht zu bewegen.

einem plötzlichen impuls folgend kehrte sie ins haus zurück. der boden hatte aufgehört zu schwanken. diesmal ging sie tiefer hinein in die vollkommene finsternis, bis sie mit dem fuss gegen etwas stieß. sie kauerte sich auf den boden und tastete hastig. ja, es war, was sie zu finden geahnt hatte: ein mensch, auf dem rücken liegend, arme und beine weit von sich gestreckt. er rührte sich nicht, sprach nicht. auf allen vieren kroch sie weiter. noch ein Mensch, dann noch einer, hier zwei, die sich an den ausgestreckten händen hielten. sie stand wieder auf, stolperte weiter über menschliche leiber, hingestreckt im staub. sie hielt inne, lauschte, kein laut war zu hören, kein atmen, kein seufzen, kein stöhnen - nur stille.

ohne noch darauf zu achten, wohin sie trat, floh sie zur tür, versuchte diesmal nicht, sie hinter sich ins schloss zu ziehen und setzte sich dann ruhig ins gras vor der toten ruine. neimand würde herauskommen, aber viele würden noch hineingehen und sich auf den Boden legen und versuchen, dem haus eine seele, ihre seele einzuträumen.

der mond kämpfte hinter den wolken um ein klein wenig durchblick, doch er vollbrachte nur einen kleinen, transparent scheinenden fleck am sternenlosen himmel.

sie zündete sich eine zigarette an, rauchte in tiefen zügen, bis ihr schwindelig wurde und sie schließlich begriff, dass auch hier draußen der Boden schwankte.


gute nacht, mein stern, und wenn das mondlicht heute nacht durch deine unverhangenen fenster fällt, dan dank an mich.

svea
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geschrieben am: 30.10.2002    um 15:29 Uhr   
"Nichts entlarvt die Menschen so gut, wie die Spiele, die sie spielen.", meinte ich ein einem anderen beitrag und erkenne nun, wie wahr die worte werden, wenn jemand, meiner ähnlich, um gnade bettelt.

*schmunzelt erhaben*

Genau so habe ich es früher, im zarten alter von sieben jahren gemacht. Ich spielte schon damals gerne fußball und war verbissen ehrgeizig. eine niederlage war gedacht für die schwachen, nicht für mich. wenn ich also damals auf den bolzplatz ging und mit den anderen kickte, trieb mich die lust so lange, bis der abend brach oder:

... die anderen immer gewannen. das machte ja kein spass, sie waren soviel besser, sie waren größer und mir doch unterlegen. sie mussten mir unterlegen sein, aber sie schossen mehr tore, gewannen mehr zweikämpfe. beim stande von 4:0 für die anderen hieß es dann meinerseits: "Ich spiel nicht mehr mit, hab keine lust mehr, es wird langsam langweilig.".

*lacht* Gott, war ich ein süßer ... ja, über kleine kinder kann man schon lachen. ebenso musste ich über dich lachen, weil du etwas ähnliches versuchst. irgendwie entgleitet dir die ausdauer. der frust kommt und du wirst es nicht glauben, er kommt für dich unaufhaltbar. bedenke dennoch, dass frust und langeweile zwei absolut verschiedene dinge sind.

deine folgende geschichte ist wirklich schön zu lesen. dennoch kann ich es nicht glauben, dass du diese offene art der kommunikation verlassen willst, um einen schritt zurück zu machen. bekommst du jetzt angst? wieso suchst du dein heil in einer fremden geschichte, die sich so wenig auf meine worte bezieht?

sicher hast du schon bemerkt, liebe svea, dass ich weder kinderpornos, noch menstruationsdetails brauche, um meine phantasie zu beflügeln. du weisst, dass ich auf deine geschichte einsteigen kann, wie kein zweiter und dass du dann gewiss länger, oder eben gar nicht mehr vor meinen zeilen sitzt, um sie auch nur ansatzweise zu verstehen.
willst du dieses spiel wagen? wollen wir künftig, jeder für sich, irgendwelche stories schreiben, die mehr schein als sein, mehr raten als wissen erfordern?

heisst es dann beim nächsten mal: "Raten ist Macht!"?
*schmunzelt*

sag doch einfach bescheid, wenn du nicht merh kannst. ich finde jemanden, der dich aus dem staub zieht, damit der nächste gekrochen kommen kann.

also, nochmal für dich eindeutig: Gibst du mir ein zeichen, ich möge doch so reagieren, wie du agierst, folge ich dem selbstverständlich sofort. anderseits reicht eine mündliche entschuldigung und der wiedereinstieg deiner in die gewohnte form des austausches.

selbsterkenntnis könnte alles sein, was diese geschichte, wankend trägt ... versuch es doch noch einmal, mir zuliebe.

viele grüße
Toni
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