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geschrieben am: 25.05.2003 um 10:39 Uhr
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[i][schwarz]
Eine Märtyrerin
Rings von Flakons, durchwirktem Stoff umgeben
Und wollüstigen Gegenständen,
Von üppigen Gewändern, um die Düfte schweben,
Gemälden an den Wänden,
In einem Raum, der lau ist wie ein Treibhaus
Und unheilschwanger überall,
Wo letzte Seufzer haucht ein Blumenstrauß
In einem Sarge aus Kristall,
Ergießt ein Leichnam ohne Kopf in stetem Fließen
Auf Kissen seine Wogen
Von frischem, rotem Blut, das, gierig wie von Wiesen,
Vom Leinen aufgesogen.
Gleich den Gesichten, die aus Schatten fahl entlassen
Unsere Blicke fangen
Ruht still das Haupt, mit dunkler Haare Massen,
Darin Geschmeide prangen,
Auf einem Nachttisch wie Ranunkeln auf dem Teich;
Verschwommen und gedankenleer
Stiehlt ein verdrehter Blick, wie Dämmerung bleich,
Sich aus den Augen her.
Verlassen auf dem Bett läßt völlig unbedacht
Der nackte Rumpf sich gehn,
Wie ihn die Natur erschuf, in der verborgenen Pracht
Und so unselig schön;
Ein rosa Strumpf am Bein, den goldener Zwickel ziert,
Blieb wie ein Souvenir zurück;
Das Strumpfband heimlich glühend wie ein Auge stiert
Mit diamantenem Blick.
Und diese Einsamkeit, die alles übersteigt,
Dazu ein sehnsuchtsvolles Bild,
Das aufreizende Augen und Gebärden zeigt,
Uns dunkle Leidenschaft enthüllt,
Höllische Küsse bei den seltsamen Gelagen
Und sündhafte Vergnügen,
Wie sie den bösen Engelschwärmen wohl behagen,
Die durch den Vorhang fliegen;
Doch zeigt die magere Schulter, die so elegant
Umrissen ist und so fragil,
Die Hüfte, etwas spitz, die Taille, jäh gewandt,
Gereizt wie ein Reptil.
Wie jung sie ist! - Hat sie, die Seele zornentfacht,
Die Sinne voller Überdruß,
Sich ganz der Meute der Begierden dargebracht,
Die blindlings schweifen muß?
Der Rachelüsterne, dem du, trotz aller Liebe,
Lebend den Hunger nicht gestillt,
Fand er das maßlose Verlangen seiner Triebe
Von dem willfährigen, toten Leib erfüllt?
Schamloser Leichnam, sag! sollst an den Flechten hoch
Mit hastigem Arme dich erheben,
Sag mir, du graues Haupt, hat kalten Zähnen noch
Er seinen Abschiedskuß gegeben?
- Weit vom Gespött der Welt, vom Pöbel weit geschieden,
Von Richtern voller Wißbegier,
Ruhe in Frieden, seltsames Geschöpf, in Frieden
In dem geheimnisvollen Grabe hier;
Dein Mann durchirrt die Welt, dein Bild wird ewig leben
Und seinen Schlaf bewachen immerdar;
So wie du ihm, ist er in Treue dir ergeben,
Bis in den Tod, unverwandelbar.
[A.U.]
.:† •little• †:. Geändert am 25.05.2003 um 10:40 Uhr von --little-- |
†.: ..so it goes, My Dear.. :.†
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