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geschrieben am: 09.05.2002 um 23:14 Uhr
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[i][schwarz]Lieber Uli!
Du sagtest, was Du sagtest, das sagtest Du nicht.
Und was Du sagst, hat in Deutschland noch immer Gewicht.
Drum widme ich Dir, was Du bist: Ein Gedicht.
Du sagtest angeblich - vorm Mund noch der Schaum -
unschöne Dinge über den "verschnupften Herrn Daum".
Eine Diskussion um den Erzfeind hast Du schnell entfacht,
Hältst Entschuldigungen für angebracht.
Nicht bei ihm. Nein, bei Dir! Denn Du bist gar kein Schwein.
Nur eiskalter Engel mit Heiligenschein.
Eine Schlammschlacht ist doch immer wieder was Schönes.
Entschuldige bitte vielmals, Uli Hoeness!
Gerüchte hast Du überhaupt nicht geschürt.
Nur zitiert, wohl wissend, wozu so was führt.
Mit Hilfe von Münchner Abendzeitung und Bild,
für die das Journalistenethos nicht gilt,
liesst Du alle im Glauben, Du hättest Beweise.
So zog der Skandal immer weitere Kreise.
Das Publikum giert nach Sensationen. Verwöhn es!
Entschuldige bitte nohmals, Herr Hoeness!
Du sagtest, Daum habe sich diskreditiert,
da er die üblen Gerüchte lang nicht kommentiert'.
Es ging um Prostitution, Erpressung, um "all diese S*heisse".
Du hast geschwiegen, genossen, gingst erst mal auf Reise.
Das Unschuldslamm spielst Du erst drei Wochen später.
Du bist nur das Opfer, die Medien die Täter.
Das Publikum hält Dich fürŽn Schwein. Dann versöhn es!
Entschuldige Dich bei uns allen, Herr Hoeness!
Du brauchst keine Freunde, denn Du hast ja Feinde.
Selbst in den Reihen der Münchner "Fan"-Gemeinde.
Doch Du sprachst als Vertreter der Münchner Hochfinanz:
Fritz Scherer, Rummenigge und der Lichtgestalt Franz,
der sich zigmal widerspricht in nur wenigen Tagen.
Da kann Christoph Daum Dich ruhig verklagen.
Und verurteilt man Dich zum Strafgeld, dann löhn es!
Denn das entschuldigt ja schliesslich für alles, Herr Hoeness!
Hast trotz Gedächtnisschwunds die eigŽne Wahrheit gefunden,
Dich mit einem Fallrückzieher herausgeschwunden.
Du hättest die Tragweite unterschätzt. Das klingt berechnend naiv.
Ist ein ausgebuffter Manager wirklich so primitiv?
Du sagtest, Du müsstest nach all dem ins Sanatorium für vier Wochen.
Du wirst noch viel mehr Zeit haben. Versprochen!
Denn in Deutschland hast Du jetzt Žnen schwierigen Stand.
Entschuldige Dich. Tritt zurück, Herr Wurstfabrikant!
Schon die alten Römer wussten, es bleibt immer etwas hängen.
So könnt Ihr den Daum aus dem Bundestraineramt drängen.
Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Bleibt an Daum etwas hängen, erfüllt sich der Plan.
Doch wer im Glashaus sitzt, werfe nicht noch den Stein.
Gräbst Du andern die Grube, fällst Du selber hinein.
Drum schreib dem Erzfeind Žnen Brief. Ich leih Dir den Kuli.
Entschuldige Dich bei Herrn Daum, lieber Uli!
Und wenn der eiskalte Erzengel spricht,
hat das in diesem Lande bald kaum noch Gewicht.
Ich hoffe, es sagt Ihnen zu, mein Gedicht.
Nachwort:
Du hast gesagt, dass Du jeden verklagtest,
der Dir nachsagt, Du habest gesagt, was Du sagtest.
Doch ich bin ja nur eine ganz kleine Nummer.
Drum lass mich in Ruhe, erspar mir den Kummer.
MfG Benni Geändert am 10.05.2002 um 01:30 Uhr von fluffi |
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