Auf den Beitrag: (ID: 985533) sind "0" Antworten eingegangen (Gelesen: 201 Mal).
"Autor"

Hmmm da staund man aber

Nutzer: Gast_Nachtwind
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 10.03.2002
Anzahl Nachrichten: 2

geschrieben am: 15.07.2002    um 17:19 Uhr   
Wenn Vierjährige die Computerwelt erobern



Hamburg (dpa) - Das Männchen auf dem Bildschirm sieht traurig aus. Schließlich sind Arme, Beine, Kopf und Haare quer über den Monitor verstreut. »Versucht doch mal das Männchen zusammen zu bauen«, sagt Carsten Hedemann. Sofort greifen sich vier kleine Kinderhände eine Maus, fahren über den Tisch, klicken kräftig auf der Maus-Taste und schieben so das Männchen zusammen.

Hedemann ist stolz auf seine Zöglinge: »Das habt ihr sehr gut gemacht«, sagt der EDV-Dozent, der die vier- bis siebenjährigen Kinder einmal in der Woche in seiner Computerschule in Hamburg unterrichtet.

»Saskia, die Haare von dem Männchen müssen doch auf den Kopf«, sagt der vierjährige Sebastian vorwurfvoll und betrachtet das Männchen auf dem Bildschirm seiner Tischnachbarin. Flink zieht er mit der Maus das schwarze Haarbüschel, das vorher wie ein Toupet aussah, an die richtige Stelle. »So ist das richtig«, grinst der Knirps und setzt sich wieder an seinen Arbeitsplatz.

Für Simone Trützschler, Mutter des vierjährigen Sebastian, ist besonders wichtig gewesen, dass ihr Sohn in Maßen und unter Aufsicht an den Computer herangeführt wird. »Es ist beachtlich, was er schon alles gelernt hat. Die Investition hat sich gelohnt«, sagt sie stolz. Özlem Yandirer, deren siebenjähriger Sohn ebenfalls im Kursus ist, nickt zustimmend. »Devin hat teilweise mehr Ahnung von Computern als ich«, sagt sie. Grundsätzlich sei der Kurs eine Investition in die Zukunft. »Wenn er älter ist und ich ihm in der Schule nicht helfen kann, kann er vielleicht selbst im Internet recherchieren«, sagt die junge Frau.

Allerdings sollten Kindercomputerschulen nach Auffassung von Stefan Aufenanger, Professor für Erziehungswissenschaft und Medienpädagogik an der Universität Hamburg, nicht überbewertet werden. Grundsätzlich spreche nichts dagegen, Kinder im Alter von drei Jahren an den Computer herangeführt würden. »Das kommt aber auf die individuelle Entwicklung des Kindes an und dass es deutliches Interesse zeigt«, sagt der Experte.

Die Computer-Knirpse jedenfalls sind mit Feuereifer bei der Sache und bauen inzwischen das Männchen nach, indem sie Formen auf ihr Blatt kopieren. »Computerfachmann, wieso kriege ich nur Füße?«, ruft der siebenjährige Devin in den Raum. Sein Männchen ist dabei zum Tausendfüßler zu mutieren. Hegemann eilt herbei und hilft, damit das arme Männchen auch noch ein paar Arme bekommt. Zufrieden druckt sich der Siebenjährige sein Meisterwerk aus, um es stolz mit nach Hause zu nehmen.


  Top