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"Autor"  
Nutzer: BadRat
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geschrieben am: 21.07.2003    um 19:25 Uhr   
Als ich vor einem Jahr aufs Gymnasium kam, fielen mir nur zwei Leute auf, die ich (wenn überhaupt) als Punks bezeichnen würde. Sie hoben sich eben durch ihren Stil ab... Kleidung, das gesamte Äußere, die Bands die sie hörten (von ihrer Denkweise weiß ich leider nichts, da ich sie nicht persönlich kenne).
Kurz vor dem Wechsel auf die Oberschule hatte ich damit angefangen mich von der Masse auch äußerlich abzuheben. Mich haben die Leute um mich herum krank gemacht und ich habe mich ausgegrenzt, denn ich fühlte mich nicht ihnen zugehörig. Ich wollte, dass sie direkt sehen, dass ich nicht so bin/sein will wie sie. Und ich wollte ihnen vorallem vor Augen führen, wie sehr sie doch nach den falschen Werten über jemanden urteilen. Wenn jemand zu mir kam und mich beschimpfte, was für ein dreckiger Satanist oder Punk ich sei, fragte ich denjenigen, was er denn denkt, wieso ich so rumlaufe. Meist keine Antwort oder nur dumme Klischéevorstellungen... Da konnte ich dann sagen:"Weil ich nicht zu Leuten wie dir gezählt werden will, die andere direkt voller Vorurteile dumm anmachen, ihnen Dinge vorwerfen obwohl sie gar keine Ahnung haben und den anderen doch nicht mal kennen. Ich denke nunmal anders... Ich entscheide erst ob ich einen Menschen mag oder nicht, wenn ich seinen Charakter und seine Denkstruktur kenne."
Es gab/gibt auch Vorteile. Z.B. läuft man nicht mehr so oft in Gefahr, falsche Freunde zu finden. Denn so merkt man direkt, dass die meisten das Äußere am Wichtigsten finden und wenn man anders rumläuft und ein anderes Denken hat, wird man ausgeschlossen. (so war es bei mir in meiner Umgebung jedenfalls... es ist mir klar, dass die ganzen Subkulturen ebenfalls inzwischen so gut wie immer zuerst nach dem Äußerlichen gehen... das meinte ich auch nicht...)
Zurück zur Oberschule...
Ich konnte über mehrere Monate hinweg beobachten, wie nach und nach Teile der "Masse" bei mir auf der Schule "Punk" zum Trend machten. Aufeinmal fanden es immer mehr cool sich 'nen Nietengürtel und ein Nietenarmband anzulegen, sich Sicherheitsnadeln an den Rucksack zu stecken, mit Che Guevara-t-shirt rumzulaufen ohne zu wissen wer das eigentlich war, überall rumzuschreien "F*** AMERICA!" und "Es lebe Avril Lavigne!" und konnten mir dennoch nicht erklären, warum sie sich als Punks bezeichnen, wo Punk eigentlich herkommt, wie alles begann, wie sie das ganze definieren würden etc. . Dem Großteil sagte nicht einmal "Anarchie" oder andere politische Begriffe wirklich viel oder auch überhaupt nichts.
Da habe ich erkannt, dass das "anders sein" oder besser noch das "vorgaukeln anders zu sein" immer mehr Mode ist/wird.
Ich und meine Freundin haben uns schon überlegt, dass wenn in ein paar Jahren alle so rumlaufen und trotzdem noch so denken wie früher, dann werden sie und ich in (für heutige Ansichten) normalen Sachen rumlaufen müssen, um uns abzuheben, falls wir das dann überhaupt noch für sinnvoll halten...
Ich sehs kommen... Britney Spears-Girlies und Co. = die übernächste Generation der heutigen Gegenläufer?

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*Ich übernehme keine Haftung für schlecht formuliertes, da ich seit ein paar Tagen nicht mehr wirklich geschlafen habe.
Geändert am 21.07.2003 um 19:29 Uhr von BadRat

Geändert am 10.09.2003 um 14:45 Uhr von BadRat

Geändert am 10.09.2003 um 14:46 Uhr von BadRat
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Nutzer: stormwizard
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geschrieben am: 30.08.2003    um 03:21 Uhr   
[i][schwarz]@Susa (und alle die sich an der darauffolgenden Discusion beteiligt haben...)

(zitat)
[Artist:] Isecs
[Title:] Einheitsschritt
[Album:] Club Sounds vol. ?!

Die Stadt schläft totenstill
die Nacht ist sternenklar
das Friedhofstor steht offen
es naht die Gruftieschaar
auf den Köpfen Vogelnester
um die Hälse schwere Ketten
an den Leibern schwarze Kutten
stören sie die Ruhestätten

Und hier treffen sie Gestalten wie den alten Knochenschäler
den Sensenmann und die anderen Menschenquäler
und der Durst der sie treibt verleiht ihnen Mut
Sie öffnen frische Gräber und sie saugen das Blut

Drei Schritte vor und drei zurück - sie bewegen sich im Einheitsschritt
drei Schritt zurück und drei Schritt vor - in ihrem schwarzen Trauerflor

Sie hassen Normalos heucheln Sehnsucht nach dem Tod
sie beten zu Satan denn sie glauben Gott ist tod
sie schlafen in Gruften und so siechen sie dahin
denn in ihren Totenschädeln sind die Würmer drin

die Musik zu der sie tanzen ist monoton
der Gesang verzerrt durch ein Megafon
sie kleiden sich schwarz doch sie wissen nicht warum
und [b]die echten schwarzen Seelen bleiben einsam und stumm[/b]

Drei Schritte vor und drei zurück - sie bewegen sich im Einheitsschritt
drei Schritt zurück und drei Schritt vor - in ihrem schwarzen Trauerflor

Drei Schritte vor und drei zurück - sie bewegen sich im Einheitsschritt
drei Schritt zurück und drei Schritt vor - in ihrem schwarzen Trauerflor

[b]sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz
mit Oberflächlichkeit und Arroganz
auf dem falschen weg im Einheitsschritt
stets drei Schritte vor doch vier zurück[/b]

Drei Schritte vor und drei zurück - sie bewegen sich im Einheitsschritt

drei Schritt zurück und drei Schritt vor - in ihrem schwarzen Trauerflor
(/zitat)

Ich glaube dem ist so gut wie nichts mehr hinzu zu fügen
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